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1719–1803

An den Tod.

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Tod, was wilst du bei den Brüdern? Komst du her mit uns zu trinken? Geh, hier ist für dich kein Rheinwein! Trink aus Heidelberger Fässern;

Denn der Durst, in deinen Knochen, Ist mit Maaßen nicht zu löschen! Geh, du möchtest statt der Brüder, Alle Römer ledig trinken!

Geh, und laß die Brüder trinken! Denn du wilst sie doch nicht holen? Nein, du holst ia nur die Alten; Denn was soll das Reich der Todten

Mit den Schatten, die noch trinken? Du verschonst die muntre Jugend. Tod, weil du der Jugend schonest, Solst du doch den Rheinwein schmekken.

Sieh, dort steht ein voller Römer, Hol ihn mit den dürren Händen! Kanst du wol den Römer halten? Trinke, wenn die Brüder trinken;

Aber ruf erst mit den Brüdern: Auf, es leben alle Mädchen! Und wenn dir der Rheinwein schmekket, O so iauchze mit den Brüdern,

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