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1761

10. Das Pferd und der Esel

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

Einst trug auf seinem schmalen Rücken Ein Esel eine schwere Last, Die fähig war, ihn tot zu drücken. Ein ledig Pferd ging neben ihm.

Du hast Auf deinem Rücken nichts, sprach das geplagte Tier; Hilf, liebes Pferdchen, hilf, ich bitte dich, hilf mir! Was helfen! sagt der grobe Gaul;

Du bist der rechte Gast, du bist ein wenig faul! Trag zu! – – Ich sterbe, liebes Pferd – Die Last erdrückt mich, rette mich!

Die Hälfte wär' ein Spiel für dich! Ich kann nicht! sprach das Pferd. Kurz, unter dem zu schweren Sack Erlag der Esel. Sack und Pack

Schmiß man dem groben Rappen auf; Des Esels Haut noch oben drauf.

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