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1750

[Lied eines Schweizers an sein bewafnetes Mädchen]

Salomon Gessner

Wie seh ich, seh ich nicht mein Kind! Was blendt mein zweifelnd Aug? Ein zitterndes ein helles Licht, Blitzt von dem blanken Helm.

Ein weiß und rother Feder-Busch Fliegt rauschend in der Luft, Dein braunes Haar fließt aus dem Helm; Und flieget mit dem Busch.

Ein Harnsch deckt deinen weissen Leib, Und deine zarte Brust, O böser Harnsch, jetzt seh ich nicht, Wie sie sanft schmachtend steigt.

Doch froh! ich seh dein rundes Knie, Den wohlgemachten Fuß, Den sonst dem Aug ein langes Kleid Bis auf die Erd entzog.

Dem Engel der das Paradies Vor dem bewachet hat, Dem gleichest du mein schönstes Kind In dieser blanken Tracht.

Er drohte nur dem bösen Feind, Und lacht dem Frommen zu. Dein blaues Aug droht unserm Feind, Und mir mir lacht es froh.

Des frechen Feindes scharffer Pfeil Zisch neben dir vorbey, Dich treffe nur der sanfte Pfeil Vom kleinen Liebes-Gott.

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