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1780

Fünfter Gesang

Heinrich Wilhelm von Gerstenberg

Sie sind gefallen, die Götter, gefallen! Laßts Erd und Himmel wiederhallen! Sie sind gefallen! gefallen! gefallen! Hrymur fuhr, auf sieben Donner-Wagen

Vom Aufgang herunter getragen! Da wälzte sich der Ocean! Da wälzte Jormungandur in Blut Mit schreckenvoller Wuth

Sich auf der Wogen schäumender Bahn! Der Adler tönt', und zerriß die Leiche! Und Naglfahr scheitert, das Gebäu der Eiche! Woher der Untergang der Asen?

Wer hat die Alfen wie Spreu hinweggeblasen? Vom Krachen heult die Riesenwelt! Des Himmels Trümmer sind ein Waffenfeld! Die Zwerge seufzen vor den Thoren,

In zähneklappernde Schrecken verlohren! Das Sonnenschwert des Rächers blitzt Auf Riesenweiber, die im Fliehn Sich hinter einer Wolke Ruin

Vergebens, vergebens geschützt! Da wankte, da erzitterte Hlin, Und rang die Hände noch einmal! Vergebens verletzt der Sohn des Odin

Das Ungeheuer mit triefendem Stahl! Vergebens würgt auf seinem Riesengange Der Helden-Same des Hlodin Den Zwillingswolf, und die Midgardische Schlange!

Sie alle, die Götter, die Helden, sie alle Sind hingegossen dem Falle Furchtbar billt aus dampfender Grotte Mit weit geöffnetem Schlund

Hinter dem fallenden Gotte Garm der Höllenhund! Mit schwarzem Antlitz entsteigt die Sonne dem Dunkeln, Und Sterne hören auf zu funkeln!

Da wüten Meere, flammende Berge wüten, Wo ihre Fackeln glühten! – In neue Gegenden entrückt Schaut mein begeistertes Aug umher – erblickt

Den Abglanz höhrer Gottheit, ihre Welt, Und diese Himmel, ihr Gezelt! Mein schwacher Geist, in Staub gebeugt, Faßt ihre Wunder nicht, und schweigt.

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