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1780

Die Göttinn der Liebe

Heinrich Wilhelm von Gerstenberg

Göttinn, Göttinn zarter Herzen, O du bists mit deinen Scherzen! Dein Gefolg sind Lüsternheit, Muthwill, laute Fröhlichkeit,

Anmuthsvolle Spöttereyen, Winke, Blicke, Tändeleyen! Seht, o seht an ihren Wangen Alle Lächelgeister hangen,

In der Wangen Grübchen lauschen, Und in Wonne sich berauschen! In meines Mädchens Augenliedern blinken, Die Geister von zehntausend holden Winken,

Gleich dem Gestirn in heller Nacht. Es drängt sich, wie auf Knospen junger Rosen, Der keuschen Freuden Heer, sie liebzukosen, Auf ihren Lippen, wenn sie lacht.

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