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1780

Bacchus und Amor

Heinrich Wilhelm von Gerstenberg

An jungen misgerathnen Stöcken, Und noch von keiner Traube schwer, Geht Bacchus wirthschaftlich daher, Sucht itzt ein Auge zu verstecken,

Itzt eins den Stralen aufzudecken, Arbeitet, knickt, zerreißt und bricht, Und keicht, und schont der Hände nicht. Der kleine Gott, der sonst nur trank,

Sonst nur vom Rausch zu Boden sank, Sinkt itzt vor Amors Pfeil zu Boden, Und geistig Blut trieft in den Boden; Und Bacchus weint, da er die Wunde fühlt,

Daß Amor ihm so mitgespielt. Von diesem Most, den ich noch keinem zugebracht, Daß er ihn nicht gleich fühlbarer gemacht, Von diesem Moste will ich trinken.

O Phillis! siehst du ihn nicht winken? O liebe Phillis, laß uns trinken!

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Bacchus und Amor · Heinrich Wilhelm von Gerstenberg · Poetry Cove