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1833

Vom Beten

Emanuel Geibel

Du sagst, du magst nicht beten, denn es sei Doch alles vorbestimmt. – Wie? Ist dein Gott Denn schon gestorben, seine heil'ge Vorsicht Ein bloßes Uhrwerk, das an Fäden schnurrt,

Der tote Nachlaß eines großen Künstlers? Ist er nicht heut noch da und webt und schafft Am nimmer fert'gen Werk? Gibt dieser Duft Von jungen Rosen, der durchs Fenster quillt,

Nicht holde Bürgschaft seiner Gegenwart, Und daß er lebt und liebt? Und wenn er lebt, Wie hätt' er Macht nicht, auch dein Herzensflehn, In seines Rates Schluß mit aufzunehmen,

So wie der Dunstkreis deinen Hauch empfängt, Und dann Erhörung über dich zu regnen?

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Vom Beten · Emanuel Geibel · Poetry Cove