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1833

Lied des Mädchens

Emanuel Geibel

Laß schlafen mich und träumen, Was hab' ich zu versäumen In dieser Einsamkeit! Der Reif bedeckt den Garten,

Mein Dasein ist ein Warten Auf Liebe nur und Lenzeszeit. Es kommt im Frühlingsglanze Für jede kleine Pflanze

Einmal der Blütentag. So wird der Tag auch kommen, Da diesem Frost entnommen Mein Herz in Wonnen blühen mag.

Doch bis mir das gegeben, Deucht mir nur halb mein Leben Und kalt wie Winters Wehn; Trüb schauert's in den Bäumen -

O laß mich schlafen, träumen, Bis Liebe mich heißt auferstehn!

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Lied des Mädchens · Emanuel Geibel · Poetry Cove