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1833

Lebensstimmung

Emanuel Geibel

Hab' ich einst ehrgeizigen Wunsch als Jüngling Unbedacht im Busen genährt: ich bannt' ihn Längst; dem Weltlaufkundigen geht kein Gut mehr Über die Freiheit.

Mag, wer will, am Sessel der Macht, um Einfluß Buhlend, stets abhängiges Los ertragen Oder, laut vom Volke bejauchzt, des Volkes Laune gehorchen!

Mir gefällt's, nach eigenem Trieb in ernster Muße, fern vom Stimmengebraus des Marktes, Bald im Schicksalsbuche der Zeit die dunkle Schrift zu enträtseln,

Bald am Reichtum griechischer Kunst und Schönheit, An Homers einfacher Gewalt zu prüfen, Was die Neuzeit Mächtiges schuf, von andern Sternen geleitet,

Oder tagwerkmüde dem Zug der Wolken Nachzuschaun und irgendein Lied zu summen, Wie's dem einsam Träumenden Hoffnung eingibt Oder Erinnrung.

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