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1833

Genesung

Emanuel Geibel

Nach dumpfer Schwüle Was mir so frisch Mit unsichtbarem Fittich Die Stirne rührt,

Bist du's endlich, Himmelstochter Genesung? Leise sinkt's wie Gewölk Zerrinnender Nebel

Mir von den Sinnen! Klarer, tiefer Dünkt mir der Himmel, Der Quellen Wogen

Rührt wie ferne Musik Mein erwachend Ohr, Und von den Wipfeln Der schwarzen Tannen

Auf mich hernieder Dämmern Gedanken. Ach, noch kann ich dich nicht Fassen, o Muse,

Noch versagst du Dem irrenden Finger Dein Saitenspiel; Aber schon spür' ich

In ahnender Seele Dein tröstlich Nahen, Im Windesodem Flattert dein Hauch schon,

Und seh' ich fern durch die Stämme Auf Waldeswiesen Des Sonnenstrahls Bewegtes Spielen,

So ist mir's oft, Es sei das Wallen Deines weißen Gewandes.

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