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1833

Frohe Botschaft

Emanuel Geibel

Nach langem, bangem Winterschweigen Willkommen, heller Frühlingsklang! Nun rührt der Saft sich in den Zweigen, Und in der Seele der Gesang.

Es wandelt unter Blütenbäumen Die Hoffnung übers grüne Feld; Ein wundersames Zukunftsträumen Fließt wie ein Segen durch die Welt.

So wirf denn ab, was mit Beschwerden, O Seele, dich gefesselt hielt! Du sollst noch wie der Vogel werden, Der mit der Schwing' im Blauen spielt.

Der aus den kahlen Dornenhecken Die roten Rosen blühend schafft, Er kann und will auch dich erwecken Aus tiefem Leid zu junger Kraft.

Und sind noch dunkel deine Pfade, Und drückt dich schwer die eigne Schuld: O glaube, größer ist die Gnade, Und unergründlich ist die Huld.

Laß nur zu deines Herzens Toren Der Pfingsten vollen Segen ein, Getrost, und du wirst neugeboren Aus Geist und Feuerflammen sein.

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