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1833

Ferien

Emanuel Geibel

Am Waldhang überm Wiesengrunde Wie ruht sich's gut zur Mittagstunde, Wenn nur mit sanftem Hauch der Wind Durchs Laub der Wipfel flüsternd rinnt!

Hier, vor der Welt und ihren Sorgen Im Schoß der Einsamkeit geborgen, Genieß' ich endlich frei von Zwang Den langentbehrten Müßiggang.

Da saugt mein Leib aus Luft und Sonne Des Daseins reinste Pflanzenwonne, Indes der Geist zu freiem Spiel Ins Blaue flattert ohne Ziel.

Doch träum' ich nicht von Ruhmeskränzen, Von Sternen mehr, die täuschend glänzen; Den Jüngling lockten solche Höhn; Dem Alten deucht das Nächste schön.

Ich hör' im Forst den Jäger blasen, Ich sehe, wie die Rinder grasen, Der Storch durchs Ried hochbeinig stelzt, Und schimmernd sich das Mühlrad wälzt.

Auch kommt mir bei der Wipfel Wogen Bisweilen noch ein Reim geflogen, Der, wie die Seele schweift und sinnt, Zum Liede still sich weiter spinnt.

Doch nur für mich. Im Marktgedränge Wer horcht' auch auf die leisen Klänge? Mein Bestes gab ich; gönnt mir's nun, Im Grünen spielend auszuruhn.

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