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1833

Der Ungenannten

Emanuel Geibel

Die du den Blick mir zugewandt voll Güte, Da mich die andern in den höfisch glatten, Prunkvollen Sälen stolz vergessen hatten, Wie dank' ich deinem freundlichen Gemüte!

Du botest lächelnd mir des Herzens Blüte, Mit süßem Wort erquicktest du den Matten; So mag ein Quell in hoher Palmen Schatten Den Pilger laben, der von Durst entglühte.

Und doch! Nicht folgen darf ich jenem Glücke, Das deine Gunst so reich mir zugewogen; Mich hält das Herz, mich hält die Pflicht zurücke. Denn zwischen uns ist eine Kluft gezogen,

Die sich verbinden läßt durch keine Brücke, Und die noch keiner glücklich überflogen.

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Der Ungenannten · Emanuel Geibel · Poetry Cove