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1833

Böse Träume

Emanuel Geibel

Ich ließ mein Rößlein grasen Im Wald an Baches Rand Und lag auf kühlem Rasen Und dacht' ans Vaterland.

Und bei des Baches Rinnen Entschlief ich unterm Baum; Da wob vor meinen Sinnen Ein dreifach Bild der Traum.

Ich sah ein Volk von Immen, Das ohne Weisel fuhr Und mit verworrnen Stimmen Hinschwärmte durch die Flur.

Nach allen Winden zogen Sie ziellos kreuz und quer Und hatten sich bald verflogen Und fanden sich nimmermehr.

Ich sah ein Bündel Pfeile In blöder Knaben Hand, Die trieben kurze Weile Und lösten Ring und Band.

Sie spielten mit den Rohren Uneins und ungeschickt; Die Hälfte ging verloren, Die Hälfte ward zerknickt.

Ich sah, wie ein Karfunkel Verschmäht am Kreuzweg lag; Von Staube war er dunkel, Zerspellt von Stoß und Schlag.

Die Krone der Welt zu schmücken Geschaffen deucht' er mir; Nun haschte nach den Stücken Der fremden Raben Gier.

Da wacht' ich auf beklommen Und stieg zu Roß in Hast; Die Sonne war verglommen, Das Spätrot war verblaßt,

Im kühlen Abendschauer Von dannen ritt ich stumm. Mein Herz verging in Trauer Und wußte wohl, warum.

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