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1833

An der Mosel

Emanuel Geibel

Wo der Mosel dunkle Wellen Um ihr felsig Ufer schwellen, Schweigt zum drittenmal die Schlacht, Und die feuchten Winde tragen

Lobgesang und Totenklagen Fernverhallend durch die Nacht. Unsre Siegesbanner wogen, Doch die Bahn, die sie durchflogen,

Ist von teurem Blute rot; Wo der Eisenregen sprühte, Sank in Garben, ach, die Blüte Unsrer Jugend in den Tod.

O wie viel verwaiste Herzen Nennen euch hinfort mit Schmerzen, Mars-la-Tour und Gravelotte! Bleiche Fraun, zum Tod bekümmert,

Bräute, deren Glück zertrümmert, Greise Mütter, tröst' euch Gott! Aber euch, ihr treuen Toten, Sei der Brüder Schwur entboten,

Zorn'ge Tränen rinnen drein: Nimmer soll, das ihr vergossen, Euer Blut umsonst geflossen, Nimmer soll's vergessen sein!

Eures heil'gen Willens Erben Schwören wir auf Sieg und Sterben Treu zu stehn in Wacht und Schlacht: Keiner soll der Rast gedenken

Noch das Schwert zur Scheide senken, Bis das große Werk vollbracht; Bis des Erbfeinds Trutz vernichtet, Bis das Bollwerk aufgerichtet,

Das die Zukunft schirmt der Welt, Und mit rauschendem Gefieder Über euren Gräbern wieder Deutschlands Aar die Grenzwacht hält.

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