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1833

Am Waldsee

Emanuel Geibel

Da draußen an der Halde, Da singt ein Vöglein frei: Jung Blut, geh nicht zu Walde, Im Walde wohnt die Fei.

Bei Tag im Grase funkelt Ihr schuppiger Schlangenleib; Doch wenn der Abend dunkelt, Wird sie ein schönes Weib.

Sie sitzt in Mondscheinnächten Am schwarzen See im Tann Und löst die langen Flechten Und lockt den Wandersmann.

Da blitzten ihr die Augen Wie blauer Edelstein; Ihre kalten Lippen saugen Sein rotes Leben ein.

Es schallt wie Wonn' und Grausen Ihr Lachen durch die Nacht, Bis fern mit kühlem Sausen Der Morgenwind erwacht.

Dann ächzt es in den Tannen, Dann braust's im Wogenschlund: Eine Schlange rauscht von dannen, Eine Leiche liegt am Grund.

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