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1833

Am dritten September

Emanuel Geibel

Nun laßt die Glocken Von Turm zu Turm Durchs Land frohlocken Im Jubelsturm!

Des Flammenstoßes Geleucht facht an! Der Herr hat Großes An uns getan.

Ehre sei Gott in der Höhe! Es zog von Westen Der Unhold aus, Sein Reich zu festen

In Blut und Graus; Mit allen Mächten Der Höll' im Bund Die Welt zu knechten,

Das schwur sein Mund. Furchtbar dräute der Erbfeind. Vom Rhein gefahren Kam fromm und stark

Mit Deutschlands Scharen Der Held der Mark. Die Banner flogen, Und über ihm

In Wolken zogen Die Cherubim. Ehre sei Gott in der Höhe! Drei Tage brüllte

Die Völkerschlacht, Ihr Blutrauch hüllte Die Sonn' in Nacht. Drei Tage rauschte

Der Würfel Fall, Und bangend lauschte Der Erdenball. Furchtbar dräute der Erbfeind.

Da hub die Wage Des Weltgerichts Am dritten Tage Der Herr des Lichts

Und warf den Drachen Vom güldnen Stuhl Mit Donnerkrachen Hinab zum Pfuhl.

Ehre sei Gott in der Höhe! Nun bebt vor Gottes Und Deutschlands Schwert Die Stadt des Spottes,

Der Blutschuld Herd. Ihr Blendwerk lodert Wie bald! zu Staub, Und heimgefodert

Wird all ihr Raub. Nimmermehr dräut uns der Erbfeind. Drum laßt die Glocken Von Turm zu Turm

Durchs Land frohlocken Im Jubelsturm! Des Flammenstoßes Geleucht facht an!

Der Herr hat Großes An uns getan. Ehre sei Gott in der Höhe!

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