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1833

8.

Emanuel Geibel

O Muttersprache, reichste aller Zungen, Wie Lenzwind schmeichelnd, stark wie Wetterdröhnen, In deren dreimal benedeiten Tönen Zuerst erfrischt das Wort des Herrn erklungen,

Mit eh'rnen Banden hältst du uns umschlungen, Uns alle, die du zählst zu deinen Söhnen, Daß keiner sich dem Machtspruch mag gewöhnen, Der ihm mit anderm Laut ins Ohr gedrungen.

Nun aber wollen dir die Weltgestalter Entziehn ein ganz Geschlecht nach ihren Launen, Und dänisch welschen soll's im neuen Alter. Wohl mag dich, Mutter, fassen drob ein Staunen,

Doch zage nicht! Nein, greif auf deinem Psalter Ein wehrhaft Lied, schmetternd wie Kriegsposaunen!

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