Skip to content
1833

3.

Emanuel Geibel

Wenn Kinder weinen, pflegt's nicht lang zu währen, Getröstet sind sie bald mit bunten Flittern, Und Tränen, die in Mädchenaugen zittern, Sind Perlen, die die Schönheit nur verklären.

Doch anders ist es mit des Mannes Zähren; Vom Schmerz erpreßt, vom langgenährten, bittern, Sind sie den Tropfen gleich, die vor Gewittern, Unheilverkündend sprühn auf Laub und Ähren.

O böse Zeit, wo solch ein heißer Regen An tausend Wimpern hängt, daß wir mit Zagen Allstündlich schaun dem Wetterschlag entgegen! Die Donner raunen fern, die Wolken jagen;

Und wogt auch heute noch der Felder Segen: Was morgen übrig ist, wer mag es sagen!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
3. · Emanuel Geibel · Poetry Cove