Skip to content
1833

21.

Emanuel Geibel

Ach, wohl war dir hienieden, Als dein Lenz noch gewährt, Viel vor andern beschieden, Was das Leben verklärt.

Wo durchs bunte Gedränge Nur hinschweifte dein Gang, Brachst du Rosen die Menge, Sangst du frischen Gesang.

Ja, mit seligem Neigen, Als dein Sommer verblüht, Ward in Liebe dein eigen Noch das reinste Gemüt.

Darum dämpfe die Klage, Wenn das Nebelgewog' Nun spätherbstlicher Tage Deinen Himmel umzog!

Lerne still dich bescheiden, Sanftmut lern' und Geduld, Und mit Lächeln im Leiden Zahl' dem Glücke die Schuld;

Und der vergangenen Wonne Fromm im Herzen gedenk', Jeden Blick noch der Sonne Preis' als ein himmlisch Geschenk!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.