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1833

20.

Emanuel Geibel

Auf Chäroneas Heide Im alten Schlachtgefild' Liegt wie versteint im Leide Ein marmorn Löwenbild.

Es mahnt, daß kühngemutet, Wo jetzt die Disteln wehn, Im Kampf dereinst verblutet Die Jugend von Athen.

O Hellas, welche Lippe Sagt, was dein Herz erlitt, Als hier des Fremdlings Hippe Der Freiheit Lilien schnitt!

Was half dir da der Musen Verhängnisvolle Gunst, Im götterreichen Busen Das heitre Licht der Kunst?

Der Tiefsinn deiner Weisen, Der Sänger Lorbeerzier, An jenem Tag von Eisen, Was frommt' es alles dir?

Ach, krank im Kern des Lebens Von eifersücht'ger Glut, Verströmtest du vergebens Dein letztes Heldenblut.

Weil du gelöst mit Pochen Des Pfeilbunds stark Geflecht, Sank, Schaft für Schaft zerbrochen, Dahin dein ganz Geschlecht.

Mit ehrnem Schluß die Zügel Ergriff Barbarenhand – O schau' in diesen Spiegel, Schau' her, mein Vaterland!

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