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1833

2. Schottisch

Emanuel Geibel

Weit, weit aus ferner Zeit Aus grüner Jugendwildnis Grüßt mich in Lust und Leid Ein wundersames Bildnis.

Wohl kenn' ich gut Der Lippe Glut, Die mit mir pflag zu kosen, Das Auge so hold,

Der Locke Gold, Der Wange bleiche Rosen. Denn ob in Kampf und Schmerz Kein Hauch der Jugend bliebe:

Nie doch vergißt das Herz Den Traum der ersten Liebe. Spät nach des Tages Streit, Wenn klar erglühn die Sterne,

Gibt's mir ein treu Geleit In aller Näh' und Ferne. Ich lag bei Nacht Wohl auf der Wacht,

Da stand es mit am Feuer; Ich fuhr daher Übers blaue Meer Und sah es ruhn am Steuer.

Denn ob in Kampf und Schmerz Kein Hauch der Jugend bliebe: Nie doch vergißt das Herz Den Traum der ersten Liebe.

Still wie ein schüchtern Kind, So blickt's mich an durch Tränen, Will seine Locken lind An meine Schulter lehnen.

Es winkt so lieb, Es singt so trüb Von Zeiten, die vergangen; Da schmilzt mein Sinn

In Heimweh hin, Bin für und für gefangen. Denn ob in Kampf und Schmerz Kein Hauch der Jugend bliebe:

Nie doch vergißt das Herz Den Traum der ersten Liebe.

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