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1833

2.

Emanuel Geibel

In diesen Säulengängen, Wo um vermorscht Gestein Sich tausend Blüten drängen, Wie träum' ich gern allein!

Mit rätselhaften Schauern Beklemmen hier die Brust Erinnrungsvolles Trauern Und reichste Jugendlust.

Wohl klagt das Herz bekümmert Um diese schöne Welt, Die rettungslos zertrümmert Gemach in Staub zerfällt;

Doch spür ich, von den Düften Des jungen Tags umglüht, Daß auch auf Göttergrüften Der Frühling wieder blüht.

Granaten bringt und Reben Versöhnend jedes Jahr, Und süß ist heut das Leben, So wie's den Alten war.

Ach, wäre jener Sonnen Erlauchtes Rosenlicht Nicht auch in Nacht zerronnen, So liebt' ich heute nicht.

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