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1833

2.

Emanuel Geibel

Stimmet an den Preisgesang, Unser Fest zu krönen! Hell, wie Gottfrieds Harfe klang, Laßt ihn heut ertönen;

Denn die Stund' ist hochgeweiht, Da sich alt' und neue Zeit Wundervoll versöhnen. Der mit heil'gem Brausen zieht

Ob des Rheines Gründen, Was sich lang entfremdet mied, Will der Geist verbünden; Aus der Vorzeit Mark genährt,

Will er auf dem alten Herd Junge Flammen zünden. Preis dem großen Vaterland, Dessen Hauch wir spüren,

Dem wir schwören Hand in Hand, Diese Glut zu schüren! Preis der Schwester deutscher Kraft, Preis der freien Wissenschaft,

Deren Bau wir führen! Gleich dem Münster dort am Strom Wolkenwärts gewendet, Steigt ins Blau ihr Riesendom

Ewig unvollendet. Jeder soll willkommen sein, Der nur einen Quaderstein Uns zum Werke spendet.

Wenn sich dumpfen Sinns die Welt Abmüht am Erwerbe, Sind zu Hütern wir bestellt Für der Menschheit Erbe,

Daß, was geistgeboren ist, Nicht verkomm' in dieser Frist, Noch das Schöne sterbe; Daß sich Glaub' entfalt' und Recht

Frei von dumpfer Schranke, Von Geschlecht sich zu Geschlecht Überliefrung ranke, Daß Natur ihr ernst Gesicht

Uns enthüll' und kühn ins Licht Steure der Gedanke. Aber wo sein freies Reich Man umstellt mit Netzen,

Ihn verfemtem Wilde gleich In den Tod zu hetzen: Da wohlauf, Studentenmut, Für der Wahrheit heilig Gut

Alles einzusetzen! Schlag im Flug denn sonnenan, Deutscher Geist, die Schwinge! Wider Stumpfsinn, Lug und Wahn

Blitzgewaffnet ringe, Daß in solchem Rittertum Dein und Straßburgs alter Ruhm Glorreich sich verjünge!

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