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1833

2.

Emanuel Geibel

Du bist so schön, ich wag' es nicht, Dich anzuschauen, Du schlanke Lilie hoch und licht Im Kranz der Frauen;

Du Kön'gin sonder Hermelin, Von deren Stirne Gnad' und Hoheit scheinen, Du bist so schön – o laß mich vor dir knien Und stumm auf deine Füße weinen!

Ich kann die Wonne, kann den Schmerz Nicht mehr verschweigen, Ich kann nur flehn: Nimm hin dies Herz, Es ist dein eigen.

Nimm's, deiner Huld wertlosen Raub, Und blick' es an zwei selige Sekunden; Dann wirf es hin und tritt es in den Staub, Es hat des Heils genug gefunden.

Doch wisse, keines kann dir je Wie dieses schlagen, So weit beschwingt um Land und See Die Winde jagen;

So weit das lichte Morgenrot Dahinfleucht durch die Welt mit raschen Gluten, Ist keins wie dies bereit, in sel'gem Tod Sein Dasein für dich hinzubluten.

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