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1833

19.

Emanuel Geibel

Auch der Schmerz ist Gottes Bote; ernster Mahnung heil'ge Worte Bringt er uns und öffnet leise tiefgeheimer Weisheit Pforte. Aber unser irrend Auge, vielgetrübt vom Staub der Mängel, Nicht erkennt es in der dunkeln Schattentracht sogleich den Engel.

Daß sein bittrer Kelch uns fromme, ach, es dünkt uns eitles Wähnen, Und das eigne Heil mißachtend, grüßen wir's mit heißen Tränen. Erst wenn scheidend der Verhüllte wiederum sich von uns wendet, Sehn wir plötzlich überm Haupt ihm eine Glorie, die uns blendet.

Durch die dunkeln Schleier brechen Silberflügel, klar geteilte, Und die Seele ahnt es schauernd, welch ein Gast bei ihr verweilte.

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