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1833

14.

Emanuel Geibel

Nun auf tagelangen Regen Endlich sich die Luft erhellt, Wie begrüßt auf allen Wegen Holdverwandelt mich die Welt!

Sanft von zitternd grünem Schimmer Liegt die Talflur überhaucht, Während Silberduft noch immer Von dem Schnee der Berge raucht.

Schüchtern lauscht vom Hügelsaume Goldnen Blicks der Krokus vor, Und am wilden Mandelbaume Bebt durchsicht'ger Blütenflor.

Ach, und über Wald und Wiese Dieses bräutlich zarte Licht, Das wie Glanz vom Paradiese Durch geflockte Wölkchen bricht!

Wahrlich, sehnt' ich mich noch eben Nach dem nord'schen Herd zurück: Heut empfind' ich hier das Leben Wie ein mühlos heitres Glück.

Leicht, als ob sie Flügel trügen, Wiegt sich meine Seele nur Auf den leisen Atemzügen Dieser kindlichen Natur;

Und es fehlt mir nur das eine, Daß ich solchen Wonnetag Nicht verklärt im Widerscheine Deines Auges schauen mag.

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