Die ihr der Völker heil’ge Fluth abdämmtet von
der Freiheit Meer: —
Ausmündend bald, der Newa gleich, braust sie
und jubelt sie einher!
Den Winterfrost der Tyrannei stolz vom Genicke
schüttelt sie,
Und schlingt hinab, den lang sie trug, den Eis-
palast der Despotie!
Noch schwelgt ihr in dem Blitzenden, und thut in
eurem Dünkel, traun!
Als käme nun und nie der Lenz, als würd’ es
nun und nimmer thau’n!
Doch mälig steigt die Sonne schon, und weich
erhebt sich schon ein Weh’n;
Die Decke tropft, der Boden schwimmt — O,
schlüpfrig und gefährlich Geh’n!
Ihr aber
und kapitulirt
Lang erst mit jeder Scholle noch, ob sie — von
Neuem nicht gefriert!
Umsonst, ihr Herrn! Kein Halten mehr! Ihr sprecht
den Lenz zum Winter nicht,
Und hat das Eis einmal gekracht, so glaubt mir!
daß es bald auch bricht!
Dann aber heißt es wiederum: — Abwärts mit
brausendem Erguß,
Abwärts durch Schnee und Schollenwerk drängt sich
und macht sich Bahn der Fluß!
Die letzten Spuren seiner Schmach malmt er und
knirscht er kurz und klein —
Und fluthet groß und ruhig dann in’s ewig freie
Meer hinein!