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1843

Der Baum auf Rivelin

Ferdinand Freiligrath

Der Blitz, ein Araber, durchritt Den Mond auf seiner Flucht, Und über Rivelin zuckt' und stritt Sternschein und Wolkenwucht.

Wild um sich mit den Ästen stieß Die Eich' auf Rivelins Wall; O! wer, da solch ein Sturmwind blies, Konnt' hören ihren Fall?

Doch nun, o sieh: der Himmel blaut, Die zorn'gen Wellen ruhn, Und auf den Felsen Moos und Kraut Flüstern verächtlich nun:

Daß Rivelins Berghaupt öd und bloß, Daß sein Tyrann geschwächt! Hab' acht, o Macht – denn Gott ist groß! O Schuld – Gott ist gerecht!

Und beug' dich, Stolz, der sicher wohnt Im goldbeschlagnen Turm: Der Sturm, der deinen Herd nur schont, Ist nicht der Zukunft Sturm!

Die Sterne zittern blöd und bleich, Sich schüttelnd steht die Saat, Der Wurm verkriecht sich im Gesträuch, Wenn Gott im Zorne naht.

Doch will der Upas fallen nicht, Wenn ihn der Herr durchfährt, Dann kommt ein Säuseln, das zerbricht, Was nicht der Sturm versehrt!

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