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1819–1898

Shakespeare an einen deutschen Fürsten .

Theodor Fontane

Du liebst die Kunst, und ziehst ihr friedlich Walten, Ihr Auferbaun dem Lärm der Schlachten vor; Die Schönheit und das Ebenmaaß der Alten, Wie meines Geist’s lebendige Gestalten —

Du würdigst sie mit oft erprobtem Ohr. Setz’ ein in alte, wohlverdiente Rechte Die Dichterfürsten der Vergangenheit, Doch zwiefach schaff’ dem heutigen Geschlechte

Und seinen Dichtern, Fürst, Gerechtigkeit. Die Kunst ist frei; sie duldet keine Fessel, All’ ihr Gesetz ist Schönheit und Natur; Das Schwert des Zornes und des Witzes Nessel

Entreiß ihr nicht, es braut ihr Zauberkessel Am Freiheitsfeuer Zaubertränke nur; Ich suchte mir und fand die Missethäter, Elisabeth, auf Deiner Väter Thron;

Wer aber zahlt dem tückischen Verräther, Der Kronen trägt, auch heut noch seinen Lohn? Wohlan denn Fürst, sei Du der Kunst Erretter, Nimm ihr das Joch, darin sie schuldlos litt,

Frei sei der Dichter und die Welt der Bretter, Ob immer auch ein throngeborner Vetter Als Richard Gloster auf die Bühne tritt. Du liebst die Kunst; was Licht und Sonnenschimmer

Der Blume sind, ist ihr die Fürstengunst, Doch wie die Blume, Fürst, im Erdreich immer, So

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