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1819–1898

König Alfred.

Theodor Fontane

Der Däne haust mit Mord und Brand In Wessex und Northumberland: Held Alfred irrt im eignen Reich Umher, dem flüchtgen Hirsche gleich.

Bei Wolf und Elen tief im Wald, Da nimmt er seinen Aufenthalt, Da sammelt er, im Schutz der Nacht, Ein neues Heer zu neuer Schlacht.

Und als die Seinen kampfbereit, Da legt er an ein Harfnerkleid: In’s Dänenlager will er gehn Des Feindes Schwächen auszuspähn.

Schon tritt er kühn, die Harf’ im Arm, Vor König Guthrums Zecherschwarm, Bald in der Becher Kling und Klang Tönt König Alfreds Schlachtgesang.

Er singt von jenem Zechermahl, Wo statt der Becher Stahl an Stahl In Lüften klirrt, und Schild an Schild, — Wo Blut statt Wein in Strömen quillt.

Er singt von jenem Zechermahl, Wo „ Kredenzt, und jeder der da trinkt Für alle Zeit zu Boden sinkt.

Von seiner Ahnen Kraft und Krieg, Von Hengist und dem Stamford-Sieg, Von Eglesford, wo Horsa fiel, — Singt er ein Lied zum Saitenspiel.

Der Dänenkönig aber lacht Wohl ob der Sachsen Muth und Macht, Er lacht, und hört nicht wie das Lied Der Raben schon die Luft durchzieht.

Er zecht und jubelt noch im Zelt, Als schon der siegessichre Held Mit Schild und Speer in’s Lager dringt, Und neue Schlachtgesänge singt.

Und wilder jetzt in Feindesreihn Greift er, als in die Harf’ hinein, Und spielt, daß Sait’ um Saite springt, Und Schrei um Schrei gen Himmel dringt.

Des Liedes lacht der Däne nicht, Das klingenscharf zum Herzen spricht, Gen Jütland jagt es über’s Meer Ihn, ohne Rast und — ohne Heer.

In Wessex und Northumberland Herrscht wieder König Alfreds Hand, Und heimwärts lenkt des Dänen Kiel, Denkt er an Alfreds Saitenspiel.

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