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1819–1898

Herbstmorgen . 1840.

Theodor Fontane

Die Wolken ziehn wie Trauergäste Den Mond zu Grabe zu geleiten; Der Wind durchfegt die starren Aeste, Und sucht ein Blatt aus bessren Zeiten.

Die grünen Tannen schaun so düster Auf eine jung-geknickte Eiche, Als blickten trauernde Geschwister Auf der geliebten Schwester Leiche.

Schon flattern in der Luft die Raben, Des Winters unheilvolle Boten; Bald wird er tief in Schnee begraben Die Erde — seinen großen Todten.

Ein Bach läuft hastig mir zur Seite; Er ahnt des Winters Eisesketten, Und stürzt sich fort und sucht das Weite Als könnt’ ihm Flucht das Leben retten.

Da mocht’ ich länger nicht inmitten So todesnaher Oede weilen; Es trieb mich fort, mit hast’gen Schritten Dem flücht’gen Bache nachzueilen.

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Herbstmorgen . 1840. · Theodor Fontane · Poetry Cove