Die Heere stießen an einander; der Tag ist
heiß, der Himmel finster,
Vom Hufschlag dröhnt weithin die Haide, roth
tropft der Thau vom schwarzen Ginster;
Es blickt die schottische Maria von nahen Schlos-
ses Fensterbrüstung,
Ihr Auge haftet auf dem Kampfe, doch
Kampf auf
Dem jungen Douglas folgt ihr Auge; sie fühlt
ihr Herze höher schlagen,
Er ist's, der sechszehnjährige Knabe, der aus
dem Kerker sie getragen,
Er ist’s, der ihr ein Heer geworben, und durfte
doch um
Drum wirbt er jetzt um seinen Frieden und
um das Glück für sie zu sterben.
Wen tragen aus dem Kampfgetümmel sie dort
auf zweiggeflochtner Bahre,
Das Antlitz weiß, und schwarz die Rüstung
und roth von Blut die blonden Haare?!
Der Douglas ist’s: Erfüllung wurde des Hoff-
nungslosen einzgem Hoffen,
Es hat ein Schwert von Murray’s Mannen
in’s tiefste Leben ihn getroffen.
Da liegt er, auf gewirktem Teppich, jetzt an
des alten Schlosses Stufen,
Maria neigt sich zu ihm nieder, ein Priester
wird herbeigerufen,
Der reicht den Kelch ihm unter Thränen, Er
aber segnet diese Stunde,
Hätt’ langsam sonst verbluten müssen an seines
Herzens stiller Wunde.
Die Brust wird kalt, es stockt sein Athem, sein
Auge scheint vom Tod geschlossen,
Maria küsst die bleiche Stirne, die schon so
frühe Ruhm genossen:
Da spielt um seinen Mund ein Lächeln, auf-
glimmt ein letzter Lebensfunken,
Dann ist er in Maria’s Arme zu tiefstem Schlaf
zurückgesunken.