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1849

Bekenntnis

Theodor Fontane

Ich bin ein unglückselig Rohr: Gefühle und Gedanken Seh' rechts und links, zurück und vor, In jedem Wind, ich schwanken.

Da liegt nichts zwischen Sein und Tod, Was ich nicht schon erflehte: Heut bitt' ich um des Glaubens Brot, Daß morgen ich's zertrete;

Bald ist's im Herzen kirchenstill, Bald schäumt's wie Saft der Reben, Ich weiß nicht, was ich soll und will; – Es ist ein kläglich Leben!

Dich ruf' ich, der das Kleinste du In deinen Schutz genommen, Gönn meinem Herzen Halt und Ruh, Gott, laß mich nicht verkommen;

Leih mir die Kraft, die mir gebricht, Nimm weg, was mich verwirret, Sonst lösch es aus, dies Flackerlicht, Das über Sümpfe irret!

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