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1846

2. David Rizzio

Theodor Fontane

Der König zog in finstrem Sinn Hinaus mit seinem Trosse; Nach blickt die schöne Königin Dem Reiter und dem Rosse.

Und als des Waldes Laub und Moos Den König kaum erlaben, Da lockt sie schon auf ihren Schoß Den blonden Edelknaben.

Sie streicht sein Haar, sie küßt so heiß Die Lippen ihm und Wangen, Die aber sind heut kalt wie Eis Und atmen kein Verlangen.

Sie flüstert: „Lieber Knabe mein, Halt fester mich in Armen, Wir wollen eins zur Stunde sein, Das wird dein Herz erwarmen.“

Er aber spricht: „Mag heute nicht Fest herzen dich und pressen, Ich hatt' zur Nacht ein Traumgesicht, Das kann ich nicht vergessen:

Es trat der König vor mich hin, Als ich dich wollte küssen; Mir ist so bang, lieb' Königin, Als würd' ich sterben müssen ...“

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