Der König zog in finstrem Sinn
Hinaus mit seinem Trosse;
Nach blickt die schöne Königin
Dem Reiter und dem Rosse.
Und als des Waldes Laub und Moos
Den König kaum erlaben,
Da lockt sie schon auf ihren Schoß
Den blonden Edelknaben.
Sie streicht sein Haar, sie küßt so heiß
Die Lippen ihm und Wangen,
Die aber sind heut kalt wie Eis
Und atmen kein Verlangen.
Sie flüstert: „Lieber Knabe mein,
Halt fester mich in Armen,
Wir wollen eins zur Stunde sein,
Das wird dein Herz erwarmen.“
Er aber spricht: „Mag heute nicht
Fest herzen dich und pressen,
Ich hatt' zur Nacht ein Traumgesicht,
Das kann ich nicht vergessen:
Es trat der König vor mich hin,
Als ich dich wollte küssen;
Mir ist so bang, lieb' Königin,
Als würd' ich sterben müssen ...“