Es glänzt der festgeschmückte Saal von Rittern wohl und Frauen, Vor allen ist Maria doch als Königin zu schauen,
Sie läßt die Zeit bei Spiel und Tanz in raschem Flug enteilen, Und nur ihr Gatte zögert noch des Festes Lust zu theilen.
Die Kerzen und die Wangen glühn vor Freuden um die Wette, Es schreitet an Lord Seytons Hand Maria zum Bankette,
Der Becher schäumt, Maria winkt ein Saiten- spiel zu bringen, Ihr Liebling Rizzio nimmt es hin und hebet an zu singen:
Der König zog in finstrem Sinn Hinaus mit seinem Trosse; Nachblickt die schöne Königin Dem Reiter und dem Rosse.
Und als des Waldes Laub und Moos Den König kaum erlaben, Da lockt sie schon auf ihren Schooß Den blonden Edelknaben.
Sie streicht sein Haar, sie küsst so heiß Die Lippen ihm und Wangen, Die aber sind heut kalt wie Eis Und athmen kein Verlangen.
Sie flüstert: „lieber Knabe mein Halt’ fester mich in Armen, Wir wollen eins zur Stunde sein, Das wird Dein Herz erwarmen.“
Er aber spricht: „’s läßt heut mich nicht Fest drücken Dich und pressen, Ich hatt’ zur Nacht ein Traumgesicht Das kann ich nicht vergessen:
„es trat der König vor mich hin Als ich Dich wollte küssen; Mir ist so bang lieb Königin Als würd’ ich sterben müssen....“
„„So Darnley ruft’s dazwischen, Es fegt im Nu sein Zornesblick die Gäste von den Tischen,
„„Stirb denn, und dank’s im Tode mir, daß ich mit guter Klinge Zu Deinem bösen Bubenlied das letzte Vers- lein singe.““
Es packt den Sänger Todesangst: in namen- losem Leide Hält fest er, wie ein zitternd Kind, sich an Maria’s Kleide,
Die tritt, halb Furcht halb Zorn im Blick, her- vor ihn zu bewahren, Umsonst, schon ist des Königs Schwert ihm durch die Brust gefahren.
Es hält, die lange Nacht hindurch, Maria Todtenwache, Zum ersten Mal zieht durch ihr Herz der heiße Wunsch nach Rache;
Die Morgensonne sah den Schwur auf ihrer Lippe beben, — Herr Darnley hat des Sängers Tod bezahlt mit seinem Leben.
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