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1819–1898

1.

Theodor Fontane

Herr Darnley reitet in den Wald, Lord Ruthven ihm zur Seite; Herr Darnley spricht: „was frommt es mir, daß in den Lenz ich reite?

Ich ritt hinaus ein Schreckgespenst mir aus dem Sinn zu schlagen, Ihr aber Ruthven hastet Euch in’s Feuer Oel zu tragen.“

Lord Ruthven streicht den rothen Bart, als sei er des zufrieden, Er schweigt, und denkt nur: „wenn es heiß, soll man das Eisen schmieden“;

Seit an Maria’s Ohr er frech ein Liebeswort verloren, Hat er der schönen Königin im Herzen Haß geschworen.

Er spricht kein Wort, beredter spricht sein Lächeln jetzt und Schweigen, Er sieht, von Schritt zu Schritt, das Blut in Darnley’s Wange steigen,

Der ruft: ”sing aus Dein Rabenlied, und spricht's wie Deine Blicke, Verdamm mich Gott, wenn ich den Fant nicht in die Hölle schicke!“

Lord Ruthven streicht den rothen Bart, und spricht: „so soll ich’s glauben Mein Herr und König zweifle noch am Spiel der frommen Tauben?

Er wisse nicht, was Jeder weiß vom schottschen Königsstuhle, Daß Heinrich Darnley’s ehlich Weib des David Rizzio Buhle!“

Herr Darnley kehrt gen Edinburg, er hält vor seinem Schlosse: „lord Ruthven — spricht er — so’s beliebt, ihr mein Jagdgenosse;

Der Fuchs ist schlau, doch bärg er sich in Kleides Falten, Ich jag ihn auf, noch heute Nacht will meinen Schwur ich halten.

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