Herr Darnley reitet in den Wald, Lord Ruthven
ihm zur Seite;
Herr Darnley spricht: „was frommt es mir, daß
in den Lenz ich reite?
Ich ritt hinaus ein Schreckgespenst mir aus dem
Sinn zu schlagen,
Ihr aber Ruthven hastet Euch in’s Feuer Oel
zu tragen.“
Lord Ruthven streicht den rothen Bart, als sei
er des zufrieden,
Er schweigt, und denkt nur: „wenn es heiß, soll
man das Eisen schmieden“;
Seit an Maria’s Ohr er frech ein Liebeswort
verloren,
Hat er der schönen Königin im Herzen Haß
geschworen.
Er spricht kein Wort, beredter spricht sein Lächeln
jetzt und Schweigen,
Er sieht, von Schritt zu Schritt, das Blut in
Darnley’s Wange steigen,
Der ruft: ”sing aus Dein Rabenlied, und spricht's
wie Deine Blicke,
Verdamm mich Gott, wenn ich den Fant nicht
in die Hölle schicke!“
Lord Ruthven streicht den rothen Bart, und spricht:
„so soll ich’s glauben
Mein Herr und König zweifle noch am Spiel
der frommen Tauben?
Er wisse nicht, was Jeder weiß vom schottschen
Königsstuhle,
Daß Heinrich Darnley’s ehlich Weib des David
Rizzio Buhle!“
Herr Darnley kehrt gen Edinburg, er hält vor
seinem Schlosse:
„lord Ruthven — spricht er — so’s beliebt,
ihr mein Jagdgenosse;
Der Fuchs ist schlau, doch bärg er sich in
Kleides Falten,
Ich jag ihn auf, noch heute Nacht will meinen
Schwur ich halten.