Im Hochgebirg von Cumberland, Zu Füßen einer Felsenwand, Streckt wegesmüd und sonn-ermattet, Von wenig Kiefern nur beschattet,
Und von der Armuth nur bewacht, Ein Trupp Zigeuner sich zur Nacht Vor ihnen breitet seine Fluth Ein Bergsee bis an Schottlands Grenze,
Und Abendroth-geflochtne Kränze Bespiegeln drinnen ihre Gluth. Des Seees märchenhafte Schöne Ergreift selbst die Zigeunersöhne,
Für deren Auge die Natur Der Anblick eines Freundes nur, Den man vieltausendmal betrachtet, Und nichts Besondres mehr erachtet,
Bis, wenn er dann urplötzlich fehlt, Die Lieb’ uns doppelt stark beseelt. Doch seltner spiegeln jetzt und blasser Des Himmels Rosen sich im Wasser,
Und herwärts, von dem See zur Kluft, Weht kühler schon die Abendluft. Da nimmt das Träumen schnell ein Ende, Geschäftig regen sich die Hände,
Und Alt und Jung, und Klein und Groß, Schafft Holz herbei, und Laub und Moos. Der Eine sucht in seiner Tasche Den Stahl, daraus er Funken weckt,
Doch eines Andern Tabacksasche Hat schon das Laub in Brand gesteckt. Schon wirft die Flamme rothe Lichter Auf ihre bräunlichen Gesichter;
Schon rupft man das gestohlne Huhn, Und eilt, es in den Topf zu thun; Da, während’s drinnen kocht und siedet, Greift einer nach dem Tambourin,
Ob immer hungrig und ermüdet, Sie fliegen all zum Tanze hin; Die Augen glühn, die Pfeifen dampfen, Und immer lauter wird gepocht,
Und während sie den Boden stampfen, Des Pachters Huhn im Topfe kocht. Der Tanz ist aus; bei frohem Mahle Beschließen sie den frohen Tag,
Und aus des Seees weiter Schale Trinkt Jeder, was er trinken mag. Schlicht ist der Trunk, die Hirsche dürfen Ihn theilen an derselben Stell’,
Doch läßt sich mehr als Wasser schlürfen Aus Bergessee und Waldesquell; Sie trinken, mit dem Trunk der Rehe, Die Lust in’s tiefste Herz hinein,
In ungetrübter Gottesnähe, Und frei, wie Hirsch und Reh zu sein.
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