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16. An einen guten Freund

Paul Fleming

Laß der Zeit nur ihren Willen und vergönn ihr ihren Lauf! Sie wird sich selbst müssen stillen, wenn wir nichts nicht geben drauf.

Meistes Elend wird verschmerzet, wenn mans nicht zu sehr beherzet. Ist es heute trübes Wetter, morgen wird es heiter sein!

Stimmen doch die großen Götter stets an Lust nicht überein. Und wer weiß, wie lang' er bleibet, der uns itzo so vertreibet?

Ob die Sonne gehet nieder und den Erdkreis traurig macht, doch so kömmt sie frölich wieder nach der überstandnen Nacht.

Herrschen itzund Frost und Winde, balde wird es sein gelinde. Unterdessen sei der Deine! Brich nicht ab der ersten Kost,

labe dich mit altem Weine und versuch den jungen Most! Laß uns einen Rausch noch kaufen, ehe denn wir müssen laufen!

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