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1892

April

Cäsar Flaischlen

Und wenn du jetzt aufwachst morgens ... ganz leis und fein spielt um die Dächer der Sonnenschein,

und du bist nicht mehr müde, wie sonst, und verzagt: was soll nun wieder voll Mühsal und Plag

der ganze lange endlose Tag!? Froh und munter geht's ihm entgegen, und alles ist so wunderbar

frisch und stark und hell und klar, das ganze Leben so frei, so leicht, daß du dich selber drüber wunderst: von was für töricht dummen Dingen

du das Herz dir ließest zwingen und kaum begreifst: mit welch erbärmlichen Kleinigkeiten die Menschen sich das Leben verleiden ...

Kleinigkeiten, ob denen es kaum der Mühe wert, ein Wort zu verlieren, geschweige denn tage- und wochenlang zu quälen sich und zu schikanieren ...

und vollends jetzt, da's Frühling wird und, wenn du aufwachst morgens, ganz leis und fein um die Dächer spielt

der Sonnenschein und alles rings so wunderbar frisch und stark und hell und klar ... wozu sich da grämen und betrüben!

nein, weg mit all den Schererei'n! es lohnt sich da wahrlich nur: zu lieben! es lohnt sich da wahrlich nur: froh zu sein!

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