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1892

6. [Der trübe, graue Himmel klärte sich]

Cäsar Flaischlen

Der trübe, graue Himmel klärte sich, der dumpfe Nebel aus den Gärten wich, es knospete und keimte allenthalben, schon stand es rings voll Primeln im Geheg,

Frühveilchen dufteten am Wiesenweg und alles zwitscherte von Schwalben. Und: Frühling! Frühling! klang's im Widerhall von tausend Liedern überall ...

da plötzlich wieder kalte Schauer, und was noch kaum erst lenzfroh aufgesproßt verwelkte in dem rauhen Frost und sank zurück in stumme Trauer.

Nach wenig Tagen schon zerrann der Schnee und blitzend klomm die Sonne in die Höh, daß alles jubelnd ihr entgegenglühte; maiwonnig schön verfloß März und April

und Sommer ward's, und dennoch heimlich still klagt's dann und wann in Wies und Tann um jene erste frühe Blüte.

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