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1892

26. [So dacht ich auch einst]

Cäsar Flaischlen

So dacht ich auch einst: was ich träumte in Frühlingsfülle müsse es ein Mai ausschütten über mich aus goldenem Horn und eines Morgens oder eines Abends müßten

plötzlich die Berge auseinandergehn, durch die ich rang, und alles köstlich in Erfüllung stehn, in Glanz und Klang.

Und Jahr um Jahr kam und verrann und Ferne über Ferne hüllte sich auf ... nicht eine aber erfüllte, was meine Sehnsucht hinter ihre Schleier spann!

Nun wart ich längst nicht mehr auf solche Märchentage und glaube wie ein töricht Kind mein bestes Können in den Wind!

Ich will vom Leben nichts geschenkt mehr haben! ich schaff mir selbst, was ich mir wünsche! Tat ist Erfüllung, nicht Gebet: die Ferne reift nur, was die Nähe sät!

Ich nehme mir, was ich vom Leben will ... ich will vielleicht so viel nicht mehr wie früher, doch lachend steht es und hält still und blüht mir seinen Überfluß entgegen

in reicherer Fülle, als ich je geträumt!

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