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1892

2. Herbst

Cäsar Flaischlen

Ueber den See hin braut der Nebel lautlos leise ... Wie große weiße

seltsame Spinnen rinnt und spinnt es über die Wasser, lautlos leise ...

und im Schilf die großen Rosen schließen fröstelnd ihre Kelche.

Lautlos leise rinnt und spinnt es Uferholz-entlang und höher

durch die Gitter in die Gärten, über spielzertretene Rasen, über welke Blumenbeete ...

Am Verandafenster, lauschend, tief in weichen, weißen Kissen, träumt ein Mädchen ... und von ihres sonnenlosen

Gartens herbstverfallenen Rosen suchen ihre sehnsuchtgroßen stillen Augen weit in's weite

letzte müde Abendrot ... Und lautlos leise rinnt und spinnt es

um das Fenster durch das Weinlaub ... und lautlos leise küßt es die weiße

Stirn ihr und den lächelnden Mund.

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