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9.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Der du immer nur mit Hochmuth Blickest auf dein eig'nes Ich, Wenn du keine Liebe fühlest, So entschuldiget man dich.

Drehe um verliebte Thoren Dich im Kreise nicht herum, Du, der durch Verstandesadel Dir erwarbest hohen Ruhm!

Von der Trunkenheit der Liebe Trägt dein Haupt wohl keine Spur: Ziehe hin, denn trunken bist du Von dem Wein der Beere nur!

Eine gelbgefärbte Wange Und ein leiderfülltes Ach Weisen, als bewährte Zeugen, Der Verliebten Krankheit nach.

Ohne Glanz und Schimmer wäre Selbst der ew'ge Gartenhain, Fehlte ihm der Huris Lippe Und der reingeklärte Wein.

Um die Liebe jenes Mondes Dich zu mühen sei dir Pflicht, Glichest du an Weltberühmtheit Selbst dem hellen Sonnenlicht.

Über eig'ne Ehr' und Schande Setze dich hinaus, Hafis; Ford're einen Becher Weines, Denn berauscht bist du gewiss.

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