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9.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Entzieh' des Seelenfreundes Hause Nicht deinen Durchzug, holder Ost; Entzieh' mir elendem Verliebten Nicht seiner Kunde Herzenstrost!

Zum Dank dafür, dass du, o Rose, Nach Wunsch nun blühest auf dem Strauch, Entziehe du dem Morgenvogel Nicht des Genusses süssen Hauch!

Jetzt ist dein Mund noch eine Quelle, Aus der hervor der Kandel bricht: Drum sprich ein Wörtchen und entziehe Dem Papagei den Zucker nicht!

Als du ein Neumond noch gewesen, Warb ich um deine Liebe schon: Nun du ein voller Mond geworden, Entzieh' mir nicht des Blickes Lohn!

Die Welt und Alles was sie fasset Ist leicht nur und gering an Werth: Entziehe dies Geringe nimmer Dem, dessen Kenntnisse man ehrt!

Es trägt der Dichter deine Thaten Nach jeder Gegend dieser Welt: Entzieh', zur Nahrung auf der Strasse, Ihm nicht das schuld'ge Reisegeld!

Willst du, dass deiner man gedenke In Liebe, wenn du nicht mehr bist, Entzieh' dein Gold und Silber nimmer Dem Worte, dessen Preis es ist!

Der Staub des Grames wird sich legen, Hafis, und alles wird noch gut, Entziehe du nur diesem Pfade Nicht deines Auges Wasserfluth!

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