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9.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Weile doch, um Gotteswillen, Bei den Kuttenträgern nicht; Doch den unverständ'gen Zechern Zeige frei dein Angesicht!

Denn auf dieser Kutte haftet Gar so viel Unreinigkeit; Doch das off'ne Kleid der Zecher Lebe hoch für alle Zeit!

Bist du doch ein zartes Wesen, Und erträgst es nimmermehr, Dass ein Haufe Kuttenträger Dich belaste drückend schwer.

Diese ssofigleichen Männer Hab' ich nie betrübt geseh'n; Doch nur Hefentrinkern möge Reine Lust zur Seite steh'n!

Komm und sieh wie die Verruchtheit Dieser Heuchlerrotte schon Bluten macht das Herz der Flasche, Brausen macht das Barbiton!

Nun du mich ganz trunken machtest, Setz' dich nicht so nüchtern her; Nun du Süsses mir gegeben, Reich' mir keinen Gifttrank mehr!

Öffne das berauschte Auge Und die Lippe, roth wie Wein, Denn schon gährt der Wein aus Sehnsucht Bald mit dir vereint zu sein.

Vor Hafisen's heissem Herzen Nimm gar sorgsam dich in Acht! Seine Brust gleicht einem Topfe Der zum Sude ward gebracht.

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