Skip to content
1357

84.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Es entbehrt, wenn ich Ihn schaue, Leicht mein Herz die Wiesenflur; Gleich Zipressen liegt's in Banden, Hat, gleich Tulpen, Maale nur.

Keines Menschen Brauen bogen Neigt sich mein Zipressenbaum; Denn der Welt entsagt, wer wohnet In des Winkels engem Raum.

Dass das Veilchen Seiner Locke Gleichen will, bringt mich in Gluth; Was dem schwarzen, schnöden Dinge Doch für Zeug im Hirne ruht!

Nichts als finst're Nacht und Wüsten; Komm' ich je am Ziele an, Wenn die Fackel seiner Wange Mir nicht leuchtet auf der Bahn?

Weinen muss die Morgenkerze, Und mit ihr zugleich auch ich: Denn um mich Verbrannten kümmert Nimmermehr mein Götze sich.

Auf der Wiese wandelnd, blicke Nach dem Thron der Rose hin: Denn als Truchsess reicht die Tulpe Den Pocal der Königin.

Weinen muss ich, gleich der Wolke Des Bĕhmēn auf dieser Flur: Den Genuss des Sprossernestes Hat ja, sieh, der Rabe nur.

Deine Locken überfallen Nachts das Herz beim Wangenschein: Wie so kühn sind diese Räuber, Brechen Nachts bei Fackeln ein!

Das betrübte Herz Hafisens Bangt nach Liebesunterricht, Hat nicht Lust an schöner Aussicht Und verlangt nach Gärten nicht.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
84. · Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ · Poetry Cove