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80.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Ich sprach: „Ich leide nur um dich.“ Er sprach: „Ein Ende nimmt dein Leid.“ Ich sprach: „O werde du mein Mond!“ Er sprach: „Es fügt's vielleicht die Zeit.“

Ich sprach: „Ein Mond ist dein Gesicht.“ Er sprach: „Von zweier Wochen Lauf.“ Ich sprach: „Erscheint er jemals mir?“ Er sprach: „Im Fall, er ginge auf.“

Ich sprach: „Von dem, der wahrhaft liebt, Nimm in der Treue Unterricht.“ Er sprach: „Zu Stand kömmt so ein Werk Wohl nimmer durch ein Mondsgesicht.“

Ich sprach: „Zu deinem Wahngebild Verschloss dem Blicke ich die Bahn.“ Er sprach: „Es wandelt bei der Nacht Und kömmt auf and'rem Wege an.“

Ich sprach: „Es trieb dein Lockenduft Mich irrend durch die ganze Welt.“ Er sprach: „Doch wisse, er nur sei's, Der dir zum Führer ist bestellt.“

Ich sprach: „O wonnevolle Luft, Die aus der Flur der Liebe strömt!“ Er sprach: „O sel'ger Abendwind, Der aus dem Dorf des Holden kömmt!“

Ich sprach: „Mich tödtete die Lust Nach deines süssen Mund's Rubin.“ Er sprach: „Sei du ein treuer Knecht, Und für den Knecht lass sorgen Ihn.“

Ich sprach: „Wann schliesst dein mildes Herz Erbarmungsvoll des Friedens Bund?“ Er sprach: „Bis Zeit dazu erscheint, Thu' ja es keinem Menschen kund.“

Ich sprach: „Du sah'st es, wie so schnell Der Wonne Zeit ein Ende nahm.“ Er sprach: „So schweige doch, Hafis! Es endet ja auch dieser Gram.“

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