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78.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

An ihre beiden Locken Band Selma mir das Herz, Und meine Seele klaget Mir täglich ihren Schmerz.

Gott, lass mir Herzberaubten Erbarmen angedeih'n, Und bald, trotz meiner Feinde, Mit ihr vereint mich sein!

Du Läugner der du sagest, Ich liebe Selma nicht, Du blicktest einer Luli Wohl nie in's Angesicht!

Und wäre dir geworden Ein Herz, das meinem glich', In's Meer der Liebe tauchtest Du sicher so wie ich.

Zu Füssen lege sühnend Ich meine Seele dir, Wenn, was nicht schicklich wäre, Du je bemerkt an mir.

Den Kummer meines Herzens Zu theilen sei dir Pflicht, Denn, was dir möchte frommen, Erblickest du sonst nicht.

O Bild, im düst'ren Grame Der Leidenschaft für dich Wandt' an den Herrn der Diener Ich voll Vertrauen mich.

In deiner Lockenkrause Verlor Hafis die Spur: Im Schatten dunkler Nächte Ist Gott ein Führer nur.

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