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73.

Šams o'd-din Moḥammad Ḥāfeẓ

Erinn're dich, wie sich verstohlen Dein holder Blick mir zugewandt, Und klar auf meinem Angesichte Der Schriftzug deiner Liebe stand;

Erinn're dich, wie mich dein Auge Getödtet durch des Vorwurf's Macht, Und deine Lippe, Zucker kauend, Das Wunder 'Îsa's dann vollbracht;

Erinn're dich des trauten Kreises, Wo wir genossen Morgenwein: Der Freund nur war und ich zugegen, Und mit uns war nur Gott allein;

Erinn're dich, wie um die Mütze Mein Mond gebunden sich ein Band Und wie – ein Bote, weltdurchmessend – Der Neumond ihm am Bügel stand.

Erinn're dich, wie ich die Schenke, Als Trunk'ner mir zum Sitz erwählt Und wie ich endlich dort gefunden, Was heute in Moscheen fehlt;

Erinn're dich, wie laut zu lachen Der Onix des Pocales schien, Und wir Geschichten uns erzählten, Ich und dein reizender Rubin;

Erinn're dich, wie deine Wange Das Licht entflammte meiner Lust, Und ungescheut ich es umkreiste Als Falter mit verbrannter Brust;

Erinn're dich, wie beim Gelage, Das sonst der Anstand überwacht, Der Morgenwein es war gewesen, Der wie ein Trunk'ner aufgelacht;

Erinn're dich, wie deine Sorge Stets an den rechten Platz verwies Die Schnüre ungebohrter Perlen, Die Dichterschätze des Hafis.

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